Alien Hörspielreihe

Von Tim Lebbon und Dirk Maggs, Christopher Golden, James A. Moore

Im Jahr 2016 erschien im Auftrag der Audible Studios ein deutschsprachiges Hörspiel zur berühmten Alien Filmreihe. Im Jahr 1979 brachte der Film „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ ganz neue Elemente in die bis dahin bekannte Science Fiction- und Horror-Filmwelt. Regie führte Ridley Scott und Hauptdarstellerin im ersten Film war Sigourney Weaver. Bis heute sind fünf weitere Filme und ziemlich viele Bücher erschienen. Auf Audible findet man einige deutsche, aber vor allem sehr viel englischsprachige Bücher, welche in der düsteren Zukunft von Alien spielen.

Da schon beim ersten Film kaum mit Bildern vom Monster, sondern vielmehr mit anderen Elementen gearbeitet wurde, war der Schritt zum Hörspiel eigentlich nur ein kleiner. Doch erst die große Nachfrage nach diesem Medium in den 2010er Jahren ermöglichte schlussendlich eine Umsetzung.

Und diese Umsetzung begann 2016 mit „Alien – in den Schatten“ und wurde 2017 mit „Alien – Fluss des Todes“ und 2018 mit „Alien – Wüste des Grauens“ fortgesetzt. Um den alten Filmen gerecht zu werden, wurden einerseits Originalsounds aus den Archiven von 20th Century Fox verwendet, andererseits wurden die besten und bekanntesten Sprecher unter Vertrag genommen. Unter ihnen auch Karin Buchholz, die originale deutsche Stimme von Sigourney Weaver – damit hat Ellen Ripley ihre bekannte Stimme.

Alien – In den Schatten

Die erste Staffel der Hörspielserie schließt direkt an den ersten Film an. Ellen Ripley liegt in der Kryokapsel an Bord des Shuttles und hofft bald nach Hause zu kommen. Sie ist die letzte Überlebende die Nostromo. Doch es kommt anders…

Der Erzfrachter Marion hat Probleme. Auf dem Planetoiden LV 178 hat man in der dortigen Mine seltsame Wesen entdeckt und die Mine wurde evakuiert. Doch das ging vollkommen schief und endete in einem Desaster. Übrig geblieben nach dem Desaster ist ein kleiner Teil der Besatzung der Marion, doch das Schiff hängt in der Umlaufbahn des Planeten fest und steuert ganz langsam auf diesen zu. Die Crew versucht alles um die Marion wieder manövrierfähig zu machen oder eines der beiden Shuttles an Bord für einen Flug in Sicherheit vorzubereiten. Aber in einem Shuttle sind Monster vom Planeten eingeschlossen und im anderen war eine Frau in einer Kryokapsel: Ellen Ripley.

Sie wird aufgeweckt und versucht ihre erschütternden Erlebnisse an Bord der Nostromo hinter sich zu lassen. Dass sie über 30 Jahre in der Kryokapsel war und nun der Alptraum scheinbar von Vorne losgeht, hilft ihr dabei nicht unbedingt. Außerdem hat sie mit ihrem Shuttle noch etwas anderes an Bord der Marion gebracht…

Alien – Fluss des Todes

Vor vielen Jahrzehnten war der Planet LV 426 Schauplatz eines tragischen Zwischenfalls. Die Crew der Nostromo war damals auf ein Alien gestoßen, welches später als Xenomorph bekannt wurde. Das gefährliche Wesen hat die Crew der Nostromo vernichtet, nur Wissenschaftsoffizierin Ellen Ripley ist entkommen und nach vielen Jahrzehnten in der Kryokapsel eines Shuttles kam sie endlich zurück zur Erde. Dort wurde sie in einer Raumstation festgehalten, befragt und für verrückt erklärt. Außerdem hat man ihr den Verlust des sehr teuren Raumschiffes Nostromo angekreidet. Aber die Firma Weyland-Yutani weiß wie üblich mehr und behält Ripley im Auge, denn vielleicht kann man sie noch gebrauchen.

Planet LV 426 hat mittlerweile einen Namen und nach 20 Jahren Terraforming leben die ersten Kolonisten auf Acheron. Auch eine größere Gruppe von Weyland-Yutani Wissenschaftlern und sogar ein Trupp Marines leben dort. Sie erforschen den Planeten und vermessen ihn. Dann entdecken sie etwas seltsames und bringen von dort seltsame Wesen mit. Diese Wesen haben sich an die Gesichter einiger Forscher gehängt und lassen sie nach einigen Stunden wieder los. Die Leute kommen wieder zu Bewusstsein und sind schwach aber scheinbar gesund. Bis ein Alien aus ihrer Brust bricht.

Ein dramatischer Überlebenskampf beginnt, denn die „geschlüpften“ Aliens brauchen neue Wirte für ihre Brut. Sie machen auch vor den Kindern der Kolonie nicht halt…

Alien – Wüste des Grauens

Es ist 300 Jahre her, dass der Erzfrachter Marion in der Umlaufbahn von LV 178 explodierte. Darüber weiß aber nur Weyland-Yutani Bescheid und die teilen ihre Informationen bekanntlich nicht. Aber es scheint auch nicht notwendig. Die Aliens wurden damals zerstört und alles war ruhig. So wurde der Planet kolonialisiert und New Galveston genannt. Doch es gibt eine Stelle mit starker Strahlung wo kein Terraforming anschlägt. Diese „Schwarze Wüste“ erregt die Aufmerksamkeit von Alan Decker. Er überwacht die Kolonialisierung und untersucht das seltsame Gebiet, wird dabei jedoch von seltsamen Gefühlen, Eindrücken und scheinbaren Erinnerungen überwältigt.

Zwei Jahre später wird er gezwungen auf den Planeten zurückzukehren. Denn er scheint ein Empath zu sein und eine seltsame Verbindung zu den Überresten der Aliens dort zu haben. Und so steigt er als „Wünschelrute“ mit einigen Marines hinab in die Tiefe, um die Minenanlage zu erkunden, in der vor 300 Jahren Aliens entdeckt wurden.

Der Kampf ums Überleben beginnt von Neuem, doch diesmal nicht mit Ellen Ripley, sondern mit Alan Decker. Der ist ein Nachfahre von Ripley und über seine empathischen Fähigkeiten hat er einige ihrer Erinnerungen erhalten und kann die Xenomorphen spüren. Aber auch sie können ihn spüren. Und sie wollen Rache für das, was seine Vorfahrin ihnen angetan hat.

Fazit:

Die Hörspiele arbeiten komplett ohne Erzähler und benötigen auch keinen. Sie sind ausgezeichnet gemacht und von der Qualität her top. Soundeffekte und Sprache passen super und die Sprecher sind einfach grandios. Man merkt zwar Karin Buchholz an, dass sie fast 40 Jahre älter ist als damals, als Alien im Kino lief, doch das tut ihrer Stimme und Leistung keinen Abbruch. Natürlich ist das Hauptthema in allen drei Staffeln dasselbe, doch die unterschiedlichen Settings und Personen machen jede Staffel für sich sehr spannend. Wenn „Alien – in den Schatten“ noch sehr an den Film erinnert, so hat doch schon die zweite Staffel mit der Kolonie ein komplett neues Element erhalten. Und der Empath in der dritten Staffel ist eine sehr interessante Herangehensweise an das Thema.

Mir haben alle drei Staffeln sehr gut gefallen und ich habe sie allen je an einem Tag angehört. Ich konnte einfach nicht aufhören.