Artemis

Von Andy Weir

2017 erschien dieser Science-Fiction Roman von Andy Weir und begeisterte die Massen. Schon „Der Marsianer“ von Weir war ein Welterfolg geworden und so erwartete man sehr viel vom neuen Buch. Diese Erwartungen hat der Autor meiner Meinung nach alle erfüllt. „Der Marsianer“ steht zwar erst noch auf meiner „Zu-Lesen-Liste“, aber ich glaube nicht, dass der Roman viel besser werden kann als „Artemis“.

Die Geschichte folgt der Trägerin und Schmugglerin Jasmine „Jazz“ Bashara, die in eine Verschwörung verwickelt wird. Das klingt jetzt noch nicht besonders aufregend, kennt man ja schon. Doch diese junge Frau lebt in Artemis, der ersten Stadt auf dem Mond und die Handlung spielt in den 2080er Jahren. Artemis ist eine Kleinstadt auf dem Mond, dort wird Forschung betrieben, Glas und Aluminium produziert und Touristen zahlen viel Geld für Mondführungen. In der Stadt herrschen starke Sicherheitsbestimmungen und deswegen sind zum Beispiel Rauchwaren verboten. Und genau da kommt Jazz ins Spiel. Denn sie kann genau solche Dinge auf den Mond schmuggeln. Als ihr dann eine Million für eine ganz spezielle Aufgabe angeboten werden, greift sie sofort zu. Und bringt sich damit in tödliche Gefahr, denn plötzlich wird sie zur meistgejagten Person am Mond.

Das Buch bietet einen interessanten Mix aus den oftmals emotionalen Entscheidungen einer frechen jungen Frau und den (pseudo-)wissenschaftlichen Erklärungen, wie Artemis funktioniert. Die Charaktere sind dabei herrlich ausgearbeitet. So kann man sich jederzeit in Jazz hineinfühlen, versteht aber auch die anderen Leute in ihrer Umgebung und gibt ihnen oftmals Recht, wenn sie gegen Jazz sind. Doch gerade die Fehler und die Frechheit von Jazz machen die junge Frau zu einer Protagonistin, der man gern tiefer in die Geschichte hinein folgt.

Die deutsche Audible Version wurde von Gabriele Pietermann und Marius Clarén gelesen. Pietermann bringt dabei noch deutlicher rüber, wie Jazz so tickt, da sie der Schmugglerin mit ihrer Stimme wirklich Leben verleiht. „Artemis“ ist ein wunderbarer Near-Future-Roman mit nachvollziehbaren Charakteren, einer spannenden Geschichte und einer Hauptdarstellerin, der man gern in die Weiten des Weltalls folgt. Filmfreunde dürfen auch auf eine Umsetzung für die große Leinwand hoffen, denn 20th Century Fox hat schon 2017 die Filmrechte zum Roman erworben. a];return