Die Lytar Chronik

Von Richard Schwartz

2016 und 2017 erschienen die drei Romane des deutschen Autors Richard Schwartz im Piper Verlag und auf Audible. Die ersten beiden Bücher waren schon 2006 und 2009 im Fischer Verlag erschienen, doch der Autor wechselte später den Verlag. Die drei Bücher der Trilogie sind:

Die Krone von Lytar
Das Erbe des Greifen
Das Blut der Könige

Meine Meinung zu Richard Schwartz ist etwas zweischneidig. Einerseits macht er so viele „Fehler“ in seinen Büchern, dass ich sie mir eigentlich gar nie fertig durchlesen/anhören dürfte, andererseits sind die Geschichten dann doch immer so spannend, dass ich bis zum Ende durchhalte. Ich habe vom Autor bereits die insgesamt 12 Bücher aus den beiden Reihen „Das Geheimnis von Askir“ und „Die Götterkriege“ gelesen. Selbst nach nun insgesamt 15 Büchern bin ich noch nicht ganz schlüssig, was ich vom Autor halten soll.

Aber bleiben wir erst einmal bei der Lytar Chronik. Ich habe diese in der Audible Version, gelesen von Michael Hansonis, gehört und bin mit der Audioqualität sehr zufrieden. Der Sprecher gibt sich Mühe und bringt die Geschichte gut rüber. Die Geschichte ist spannend und man möchte wissen wie sie ausgeht.

Das waren mal die positiven Sachen. Als erstes möchte ich Schwartz einen Lektor empfehlen. Noch nie in einem Buch sind mir so viele Fehler untergekommen. Vor allem solche Fehler, dass „a“ gerade was sagt, aber als „b“ bezeichnet wird.
Ein weiteres Manko ist die Dialogführung und der Informationsaustausch generell unter den Protagonisten. Zuerst ist zB. Etwas ein großes Geheimnis, beim nächsten Mal wissen alle davon. Dann wieder wird drei Mal über dasselbe gesprochen, an anderer Stelle werden anscheinend wichtige Informationen weitergegeben, ohne dass es einer Erwähnung wert wäre. Dass die Protagonisten plötzlich über Wissen verfügen, dass sie unter keinen Umständen haben können, kommt noch erschwerend dazu. Außerdem sind gerade die Gedankengänge des Protagonisten Garet nicht nachvollziehbar. Natürlich ist das zum Teil gewollt, doch hier wurde arg über das Ziel hinausgeschossen.

Das größte Problem mit der Trilogie habe ich aber mit dem Story Plot. Es ist offensichtlich, dass der Autor entweder von vornherein kein Konzept für die Geschichte hatte und einfach mal drauf los schrieb oder falls doch ein Konzept vorhanden war, dieses nicht als bindend erachtete. Dadurch ergeben sich viele Ungereimtheiten und Widersprüche in der Geschichte. Dadurch ergeben sich komplett sinnbefreite Geschichtsteile und Personen die absolut unwichtig wurden. Zum Beispiel ist die Geschichte der Elfen und vor allem der Elfin Farindil komplett irrelevant für die Hauptstory. Das wäre nicht das Problem, wenn ihre eigene Geschichte zumindest in sich geschlossen und logisch wäre, doch auch das ist nicht so. Auch die große Geschichte ergibt irgendwann keinen Sinn mehr und man fragt sich, warum lange und breit ein Plot aufgebaut wurde, nur um dann mit drei Sätzen einfach umgestoßen zu werden?

Bei den Charakteren merkt man stark die Rollenspieleinflüsse von Richard Schwartz. Das ist etwas was mir gut gefällt und im ersten Band bin ich da auch echt noch recht glücklich, doch in den Folgebänden werden die Prioritäten – meines Erachtens – einfach falsch gelegt. Statt die Charakterentwicklung einiger Personen im Auge zu behalten, wird von Moment zu Moment gesprungen. Damit man spannende Charaktere dabeihat, wirft man halt mal ein paar Unsterbliche dazu, achja auch gleich noch ein paar Elfen, auch wenn sie für die Story eigentlich unbedeutend sind.
Und dann beginnt schließlich sich alles nur mehr um einen Protagonisten zu drehen. Was wird er tun, wie wird er den Bösen besiegen? Die Leute, die ihm bisher halfen, werden weiter in den Hintergrund geschoben und alles fokussiert sich nur mehr auf ihn. Dann schlussendlich kommt er mit der Lösung am Höhepunkt der Handlung. Diese Lösung ist so einfach, dass sie meiner Rollenspielrunde zuhause am Tisch vielleicht gerecht werden könnte, doch nicht als Abschluss einer Geschichte von Hunderten von Seiten dienen kann.

Ich bin, wie man merkt, vom Ende sehr enttäuscht. Es war mir einfach zu plump, zu billig und zu stillos. Trotzdem habe ich mir gerade vorgenommen die „Eisraben Chronik“ von Richard Schwartz zu lesen. Ich hoffe einfach, dass die Geschichte wieder spannend wird und der Autor aus einigen Fehlern gelernt hat. Ob ich die Lytar Chronik weiterempfehle? Ich weiß es nicht, am besten es bildet sich jeder selber eine Meinung dazu.