Die Rächer

By Brandon Sanderson

Brandon Sanderson ist meiner Meinung nach einer der besten modernen Fantasyautoren, trotzdem kosten mich seine Werke immer etwas Überwindung. Die Bücher gehen sehr in die Tiefe und sind keine leichte Lektüre. Oft sind seine Bücher durch moralische Fragen und sehr unterschiedliche Kulturen äußerst komplex. Aber ich habe mich nun wieder dazu überwunden und mir „Die Rächer“ Trilogie angehört.

Die Trilogie besteht aus folgenden Büchern:
Steelheart
Firefight
Calamity

Trotz der englischen Titel ist das eine deutschsprachige Trilogie, die von Detlef Bierstedt gelesen wird.

Inhalt

In den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts ist ein seltsamer Stern am Himmel erschienen. Er wurde größer und verfiel in eine Umlaufbahn um die Erde. Der Stern oder Komet wurde „Calamity“ genannt. Von diesem Zeitpunkt an, entwickelten einige Menschen besondere Kräfte. Schon bald nannte man diese Menschen mit Superkräften „Epics“. Doch entgegen allen Comics und aller Heldenvorstellungen, waren alle Epics vor allem am eigenen Wohl interessiert. Sie nahmen sich was sie wollten, sie töteten, sie raubten, sie konnten nicht aufgehalten werden.

Einige dieser Epics waren durch ihre Fähigkeiten nahezu unzerstörbar. In den Kämpfen gegen diese mächtigen selbstgefälligen Leute starben Tausende. Schließlich brachen die Regierungen zusammen und die Welt verfiel in Anarchie. An vielen Orten übernahmen die Epics als Kriegsfürsten die Macht. Sie leben als Tyrannen und werden von allen gefürchtet. Nur andere Epics fordern sie gelegentlich heraus. Für das Volk ändert sich dadurch meist nichts. Sie bleiben unterdrückt.

Steelheart Titelbild
Bild von Audible.de

David hat den Aufgang von Calamity als 6-Jähriger erlebt. Als er 8 war tötete der mächtigste Epic von Chicago, Steelheart, seinen Vater. Seitdem will David Rache. Doch wie tötet man einen unverwundbaren Epic, der fliegen kann, die Winde kontrolliert und unbelebte Materie in Stahl verwandeln kann. Außerdem hat Steelheart damals die Kontrolle über „New Cago“ übernommen und unterhält ein Heer von bewaffneten Schergen. Auch viele schwächere Epics und sogar wenige richtig mächtige Epics unterstützen ihn. David hat also nur eine Möglichkeit: Er muss sich den Rächern anschließen. Diese Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht Epics zu töten.

Und endlich, als David 18 ist, kommen die Rächer wieder nach New Cago. David will sich ihnen anschließen und sie von der Tötung von Steelheart überzeugen. Ober sich damit nicht übernommen hat?

Firefight Titelbild
Bild von Audible.de

Der zweite Roman führt in das ehemalige New York. Dort beginnen David und seine Freunde langsam zu verstehen, dass Epics nicht unbedingt „böse“ sein müssten. Doch die Anwendung ihrer Kräfte verändert ihre Persönlichkeit. Durch diese Erkenntnis entstehen neue Bündnisse aber auch neue Feindschaften.

Im dritten Band landen die Kampfgefährten im ehemaligen Atlanta. Heute ist die Stadt eine wandernde Stadt aus Salz. Dort kommt es zu einem tödlichen Kampf unter alten Gefährten. Und langsam versteht David was hinter den Kräften der Epics steckt.

Fazit

Mit dieser Trilogie beweist Sanderson wieder einmal, dass er vor allem zwei Dinge besonders gut kann: er schreibt sehr tiefgehende Charaktere und er erschafft wunderbare Welten. Obwohl er diesmal keine neue Welt erschaffen musste, so hat er doch die drei Städte Chicago, New York und Atlanta komplett neu unter der Herrschaft der Epics erfunden. Und die drei Städte sind fast noch faszinierender als der Plot der Geschichte.

Calamity Titelbild
Bild von Audible.de

Die tiefen Charaktere von Sanderson machen es manchmal für mich etwas schwer. Die inneren Monologe mancher Charaktere – hier vor allem die von David – finde ich manchmal etwas zu lang und zu ausführlich. Sie sind nachvollziehbar und ergeben Sinn, aber sie sind mir persönlich etwas zu lang. Aber es mag ja durchaus sein, dass anderen Lesern genau das gut gefällt.

Ich fand die Trilogie gut, aber nicht berauschend. Vielleicht liegt es daran, dass die Handlung in unserer modernen Welt spielt, vielleicht liegt es an der „Superkräfte“-Thematik. Beides fällt nicht ganz in mein übliches High/Epic Fantasy Genre.

Nichtsdestotrotz empfehle ich die Bücher jedem, der die Geschichten um die X-Men, die Avengers und die Justice League mag. Nur, dass die „Superhelden“ hier die „Superschurken“ sind.