DOORS 2. Staffel

Von Markus Heitz

Endlich ist die zweite Staffel der DOORS-Reihe erschienen! Die Bücher wurden im Sommer 2019 veröffentlicht, die Hörbücher erschienen auf Audible am 17. 10. 2019. Wieder war es eine Kurzgeschichte und dann drei Romane, die man in beliebiger Reihenfolge oder eben nur einen von ihnen lesen konnte.

Aber diesmal ist das mit der Auswahl nicht ganz so gelungen. Auch hat Audible eine fortlaufende Nummerierung eingeführt, was nicht so ganz passt. Man erkennt leider nicht welcher Roman nach der Kurzgeschichte für welche Entscheidung steht. Des weiteren sind alle Bücher ziemlich kurz geraten. Und für die Hörbücher wurde ein neuer Sprecher engagiert. Nils Nelleßen hat seinen Job aber sehr gut gemacht und ist ein würdiger Nachfolger für Johannes Steck.

Die Idee war dieselbe wie bei den ersten Büchern: man liest die einführende Kurzgeschichte „Drei Sekunden“ und trifft dann eine Entscheidung wie die Handlung weitergehen soll. Je nach Entscheidung wählt man eines der drei Bücher. Rein aus Neugierde liest dann eh jeder auch die anderen beiden Bücher. Hier hat das Problem aber schon begonnen, denn es war nicht so offensichtlich wie in der ersten Staffel welche Entscheidung man treffen kann. Außerdem war dann – zumindest bei den Audible Hörbüchern – leider überhaupt nicht ersichtlich, welche Entscheidung zu welchem Buch gehört.

Ich habe natürlich alle drei Bücher gelesen, angefangen mit „Energija“, gefolgt von „Wächter“ und zuletzt „Vorsehung“. Schon bei der einleitenden Kurzgeschichte „Drei Sekunden“ war klar, dass es nicht um eine Entscheidung geht, welche Tür man dieses Mal nimmt, sondern um die Entscheidung was die junge Hackerin in den vielleicht letzten drei Sekunden ihres Lebens tun soll.

In allen drei Fällen werden immer dieselben Hauptpersonen behandelt, doch komplett unterschiedlich. Dieses Mal hängen die Geschichten auch nicht direkt zusammen wie bei der ersten Staffel. So treffen Anton und Milana nur im Buch „Vorsehung“ aufeinander, in den anderen beiden Bänden bleiben ihre Handlungsstränge voneinander getrennt.

Ich gestehe, dass mir diese Staffel etwas zu abgehoben war. Es gab so viele Organisationen und Leute plötzlich, die  um das Geheimnis der Particulae wussten und die Türen oder anderes damit machen wollten. Dazu kamen eben die drei mitunter sehr unterschiedlichen Geschichten von Suna, Milana und Anton bzw. Wilhelm in „Energija“. Es gibt zu viele schräge Elemente, zu viele Geheimnisse hinter Geheimnissen, zu viele Personen, die nicht sind, was sie zu sein scheinen.

Außerdem finde ich den Story Teil von Suna und Egon im Buch „Vorsehung“ irgendwie komplett irrelevant und das Ende von „Energija“ etwas arg übertrieben. Auch die Verarbeitung von typischen Zeitreiseproblemen in „Vorsehung“ fand ich etwas seltsam.

Aber es gibt natürlich auch Gutes über die zweite Staffel zu berichten. Faszinierend fand ich die Zusammenhänge und widerkehrende Personen oder Motive. „Arkus“, „Litos“, „Mu-Tem-Hat“ oder Direktorin Tessa aus der ersten Staffel sind solche Elemente.

Vor allem gefallen hat mir der Band „Wächter“. Hierbei schlug mein Fantasyherz höher, als es um Holtonia ging. Diese Fantasywelt, die Markus Heitz hier erschaffen hat und das Ende des Buches fand ich sehr faszinierend.

Fazit: Wer die erste Staffel geliebt hat, soll auch die zweite lesen, aber sich nicht so viel erwarten wie bei der ersten Staffel. Vielleicht schreibt Markus Heitz ja noch eine dritte Staffel. Mich persönlich würde vor allem die Organisation interessieren, die ursprünglich die Türen und mit ihnen die Mächtigen der Welt kontrolliert hat.