Niemalsland

By Neil Gaiman

Der Autor Neil Gaiman ist mir in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen, doch bis jetzt hatte ich noch nichts von ihm gelesen bzw. gehört. Schon vor zwei Jahren habe ich mir auf Audible aber das Hörbuch „Good Omen“ gekauft, aber auch dieses habe ich noch nicht angefangen. Nun wurde mir auf Twitter der Roman Niemalsland empfohlen und den habe ich mir nun angehört.

Inhalt

In Niemalsland erlebt ein durchschnittlicher Finanzangestellter in London einige sehr skurrile Abenteuer. Er entdeckt „Unter-London“, eine Art Schattenwelt unterhalb von London. Dort unten gibt es eigene Herrscher, eigene Gesetze und vor allem viele unbekannte Gefahren und seltsame Gestalten. Richard Mayhew rettet eine Bewohnerin dieses Unter-Londons und wird damit unwiderruflich aus seinem eigenen Leben gerissen.

Als ihm das klar wird, hängt er sich an die junge Frau, die er gerettet hat. Er hilft ihr dabei den Mord an ihrer Familie aufzuklären und hofft dadurch einen Weg zurück in sein Leben zu finden.

Fazit

Gaiman erschafft eine unterirdische Welt voller schräger Gestalten. Mir wurde Unter-London als sehr toll beschrieben, bin aber selber jetzt nicht so begeistert. Die Unterwelt hat ein paar nette Eigenheiten und auch einige witzige Elemente, doch ganz überzeugen kann sie mich nicht.

Dasselbe gilt auch für die Story. Irgendwie hat mich nichts in dem Buch wirklich überrascht oder besonders angesprochen. Die Geschichte ist sehr vorhersehbar: Wie es ausgehen wird, kann man sich schon im ersten Drittel des Romans denken und diese Erwartungen werden dann auch erfüllt.

Nur die Charaktere finde ich gut ausgearbeitet. Ich mag den Protagonisten nicht besonders, aber der Charakter ergibt Sinn und ist nachvollziehbar.  Bis zum Epilog habe ich den Marquis als sehr interessant empfunden. Leider macht der Epilog diesen Eindruck mit der sehr vorhersehbaren Geschichte wieder weg.

Im Großen und Ganzen habe ich mir mehr erwartet von einem so bekannten Autor. Doch für mich war Niemalsland nur sehr seichte und vorhersehbare Lektüre. Außerdem finde ich, dass der Autor ganz gezielt witzig zu sein versucht. Aber das dann an Stellen, wo es einfach weder Sinn ergibt noch wirklich witzig ist.

Der Leser Stefan Kaminski hat viel Mühe in die Lesung gesteckt und den einzelnen Charakteren dadurch noch mehr Leben verliehen. Ich bin jetzt nicht der größte Fan seiner Stimme, aber das ist reine Geschmackssache – wie natürlich auch das Buch selber.

Es gibt viele Leute, die Niemalsland und sein Unter-London lieben, mich hat es jedoch nicht begeistert. Aber lest es oder hört es euch an und schaut, ob es euch gefällt.

Ich werde vielleicht irgendwann „Good Omen“ anhören, aber Niemalsland hat mich jetzt nicht gerade für Neil Gaiman begeistert. Aber bei Good Omen hat ja auch Terry Pratchett mitgearbeitet und der hat mich noch nie enttäuscht.