The Legend of Drizzt

Von R. A. Salvatore

Diese Reihe begann 1990 und hat noch kein Ende. Mittlerweile gibt es allein in der Hauptreihe (auf Audible) 33 Bücher. Dazu kommen noch Kurzgeschichten und die neue Serie „Generations“, welche seit 2018 erscheint.

Die Handlungen dieser epischen Saga spielen in der Dungeons and Dragons Kampagnenwelt „Forgotten Realms“. Diese Welt wurde für das berühmte Pen&Paper Rollenspiel erschaffen und Autoren wie Ed Greenwood und vor allem eben R. A. Salvatore haben der Welt unglaublich viel Tiefe und Geschichte gegeben.

In „The Legend of Drizzt“ handelt es sich um die Jahrhunderte überspannende Lebensgeschichte von Drizzt Do’Urden, einem Dunkelelfen, der für seine Rasse sehr untypische Wege bestreitet. Denn seine Rasse ist kalt, machthungrig, skrupellos und wird ganz allgemein als „böse“ bezeichnet. Die Verehrung der grauenhaften Spinnenkönigin Lolth verbessert den Status und das Wesen der Dunkelelfen nicht. Doch Drizzt ist anders. Er sieht keine Freude darin sinnlos zu töten, Freunde zu hintergehen und verwehrt sich immer mehr den Wegen seines Volkes. Bis er schließlich aus dieser Welt fliehen muss.

Nach dieser düsteren Eröffnung über die Welt der Dunkelelfen wird die Romanreihe immer mehr zu einer Serie über Freundschaft, Heldentaten und Moral. Drizzt findet neue Freunde, schließlich sogar Liebe, doch er überdauert alle aufgrund der Langlebigkeit seiner Rasse. Man könnte eigentlich meinen, wenn die letzten „Companions of the Hall“ nicht mehr sind, dann würde die Reihe enden. Aber Salvatore hat sich eine interessante Möglichkeit einfallen lassen, um alles wieder von vorne beginnen zu lassen.

Salvatore hat die „historischen“ Ereignisse an der Schwertküste (in dieser Region spielen viele Geschichten) und im Norden Faeruns (Name des Kontinents) schön in seine Geschichten eingebunden und macht sie zum Teil sogar zu sehr wichtigen Bestandteilen dieser.

Aktuell endet die Reihe mit dem Roman „Hero“ aus der „Homecoming“ Trilogie. Doch Salvatore hat mit der Reihe „Generations“ schon wieder angefangen weitere Geschichten über Drizzt und seine Freunde und Feinde zu schreiben.

Natürlich kann man bei einer so langen Reihe nicht sagen, dass einem jeder Roman gefallen hat. Es waren Geschichten darunter, die mir besser gefallen haben als andere. Es gab welche, die mir gar nicht gefallen haben und es gab welche von denen ich gern noch mehr gelesen hätte. Aber etwas zieht sich konstant über die vielen Bücher hinweg: Nämlich die wunderbaren Charaktere. Salvatore hat nicht nur bei seinem Hauptprotagonisten einen stimmigen Charakter erschaffen, sondern auch für viele weitere Personen dies erfolgreich bewältigt. So findet man sowohl unter den „Guten“ wie auch unter den „Bösen“ herrlich gezeichnete Charaktere. Das vor allem hat mich – neben der Welt – an dieser Geschichte begeistert.

Aber ich habe natürlich auch zwei kleine Mankos. Einerseits bekommt man hin und wieder das Gefühl, dass dieser Dunkelelf unbesiegbar ist. Auch wenn immer wieder von großen Herausforderungen und dergleichen geredet wird, so wird Drizzt doch in eine sehr hohe Position gehoben. Nicht nur wegen seiner kämpferischen Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner moralischen Denkweise ist er manchmal fast schon als „idealisiert“ zu bezeichnen.
Das zweite was mir nicht so gefällt ist die Storyline mit der Drizzt mit seinen alten Gefährten wiedervereint wird. Aus irgendeinem Grund stört mich die Vorgehensweise hier. Aber das ist natürlich nur persönliches Empfinden und so manch einer mag die Idee als grandios bezeichnen.

Ich kann die Reihe auf jeden Fall empfehlen. Ich habe sie bis zur Neverwinter-Trilogie damals auf Deutsch gelesen und nun im letzten Jahr die gesamte Saga samt „The Cleric Quintett“ und einem Kurzgeschichtenband auf Audible gehört. Die Reihe gibt es dort als Romanreihe nur auf Englisch und die Bücher werden von Victor Bevine gelesen. Dieser Sprecher gibt allen Charakteren eine eigene Stimme und lässt dadurch die Geschichten noch lebendiger wirken. Also sehr empfehlenswert.