Vlad Taltos Reihe

Von Steven Brust

Vor vielen Jahren hab ich mir inder Stadtbücherei ein Buch mit dem Titel „Jhereg“ ausgeliehen. Es ging darin um einen menschlichen Assassinen, der in einer nichtmenschlichen Gesellschaft lebt, arbeitet und mordet. Das Buch war faszinierend und ich wollte mehr davon lesen, doch fand ich damals keine Fortsetzung. Aber vergessen habe ich es nie. Heuer suchte ich nach diesem Buch auf Audible und fand was überraschendes: „Jhereg“ ist der Beginn einer Reihe, die aktuell 15 Bücher umfasst. Auf Audible gibt es die Bücher in englischer Sprache und ich hörte mir alle 15 an.

Dies sind die Titel der Bücher in der Reihenfolge wie sie Audible vorschlägt:

Jhereg, Yendi, Teckla, Taltos, Phoenix, Athyra, Orca, Dragon, Issola, Dzur, Jhegaala, Iorich, Tiassa, Hawk, Vallista;

„Taltos“ ist der Nachname des Protagonisten, der in den meisten Büchern aus der Ich-Form die Geschichte erzählt. Die anderen Titel beziehen sich auf die Namen der großen Häuser in der drageranischen Gesellschaft.
Laut Wikipedia hat der Autor Steven Brust geplant 19 Bücher zu schreiben. Ich hoffe er setzt seinen Plan in die Tat um, denn noch gibt es kein richtiges Ende für die Serie. Jedes Buch kann für sich allein gelesen werden, doch macht es in der Reihe mehr Spaß. Aber die Reihe macht die Geschichte auch komplizierter, denn die Bücher erzählen keine fortlaufende Geschichte, sondern springen im Leben von Vlademir Taltos, dem Assassinen, herum.

Inhalt

Vlademir Taltos hat einen Titel in der drageranischen Gesellschaft. Die Drageraner sind größer, schlanker, stärker und schöner  als Menschen und ihnen überlegen – so denken sie jedenfalls. Vlademir hat als junger Mann erkannt, dass das nicht unbedingt stimmt. Er lebt nämlich davon Drageraner zu töten im Auftrag von anderen Drageranern. Und er lebt (meist) recht gut davon. Er ist Teil des Hauses „Jhereg“ und hat darin den Titel eines Baronets. Dadurch ist er berechtigt öffentliche Ämter auszufüllen und kann die Zauberei der Drageraner benutzen.

Diesen Titel verdankt er seinem Vater, der sich nichts anderes wünschte als selbst ein Drageraner zu sein. Er kaufte den erblichen Titel, konnte sich dann aber die Heilung von einer schweren Krankheit nicht mehr leisten. So starb er und hinterließ dem jugendlichen Vlademir ein Restaurant und einen Titel und dazu ein wenig Ausbildung in der Schwertkampfkunst der Drageraner und in ihrer Zauberei. Vlademir erkannte bald, dass das Restaurant nichts für ihn war und verkaufte es. Trotz der genannten Ausbildungen war er oft genug das Opfer von drageranischen Jugendlichen. Von ihnen wurde er öfters  gejagt und verprügelt. Erst die Lehren in der östlichen (menschlichen) Fechtkunst und der Hexerei ermöglichten es ihm sich dagegen zur Wehr zu setzen und es gefiel ihm. Sein Lehrmeister war sein Großvater, der seinem Enkel vieles beibrachte, obwohl er die kriminelle Laufbahn des Jungen nicht guthieß.

Denn nachdem Vlad festgestellt hatte, dass er sich gegen Drageraner zur Wehr setzen konnte, begann er für das Haus Jhereg zu arbeiten. Zuerst als Aufpasser und Rausschmeißer in illegalen Casinos, recht bald dann schon als Auftragsmörder. Und bald darauf hatte er sein eigenes kleines Gebiet in dem er alle nicht legalen Machenschaften kontrollierte und überwachte.

Und in dieser Position begann er langsam sich mächtige Freunde und Feinde zu machen. Diese Freunde und Feinde brachten ihn oft in Bedrängnis oder halfen ihm, wenn notwendig. Und genau bei diesem Status Quo beginnt die Reihe.

Die Geschichte spinnt sich langsam weiter, doch immer wieder sind einzelne Bücher Rückblicke auf vergangene Ereignisse. So erzählt er in „Yendi“ wie er getötet wurde und seine Mörderin lieben lernte und sie später heiratete. Oder in  „Dragon“ erzählt Vlad wie er vor Jahren zum Soldat in einer Armee des Hauses Dragon wurde.

Rezension

Bis auf die Bücher „Athyra“, „Orca“ und „Vallista“ fand ich alle Bücher sehr unterhaltsam. Sie sind spannend geschrieben und haben eine große Portion Humor dabei. Auch behandeln sie interessante Themen wie Rassismus und Moral.
Spannend finde ich vor allem Vlads Interaktion mit Loiosh, seinem Familiar. Dieses Tier ist ein kleines Flugreptil und kann telepathisch mit Vlad kommunizieren und hilft ihm in vielen Belangen seines gefahrvollen Lebens.
Auch die Liebesgeschichte in der Reihe ist gut geschrieben und komplett nachvollziehbar. Wobei nachvollziehbar generell eines der wichtigsten Schlagworte für Vlad Taltos ist. Man versteht einfach, warum er etwas tut und warum nicht. Ihn versteht man meist weit besser als die Welt um ihn herum.

Das Buch „Athyra“ fand ich einfach langweilig, „Orca“ war übertrieben kompliziert und wurde aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. „Vallista“ erachte ich aktuell einfach als unnötig, doch vermutlich wird ein weiteres Buch sicher nochmal auf die Geschehnisse in „Vallista“ zurückgreifen, denn das tut der Autor fast immer.

Diese Vernetzungen der Geschichten sorgen dafür, dass (fast) jedes neue Buch auch spannend ist und bleibt. Denn es gibt immer noch Fragen auf die man die Antwort noch nicht erhalten hat.