Witcher – Geralt-Saga

Von Andrzej Sapkowski

Die „Geralt-Saga“, wie manche die Reihe nennen, ist dank dreier Computerspiele überaus berühmt geworden. Aktuell (Juli 2019) dreht Netflix sogar eine Serie über den Hexer Geralt und seit kurzem gibt es auch ein neues Pen&Paper Rollenspiel (seit Sommer 2019 auch auf Deutsch). Im Jahr 1985 hat der Autor mit der Kurzgeschichte „Der Hexer“ in seiner Heimat Polen an einem Wettbewerb teilgenommen. Obwohl „nur“ Dritter im Wettbewerb, war großes Interesse geweckt worden und Sapkowski begann mit weiteren Geschichten. In der Geralt-Saga wurden die Kurzgeschichten in den beiden Büchern „Schwert der Vorsehung“ und „Der letzte Wunsch“ zusammengefasst. 1994 erschien dann der erste Band der Pentalogie, welche die Berühmtheit des Hexers Geralt erweiterte. Die Bücher der Pentalogie sind: „Das Erbe der Elfen“, „Die Zeit der Verachtung“, „Feuertaufe“, „Der Schwalbenturm“ und „Die Dame vom See“. Nach dieser Reihe erschien noch ein Einzelroman „Zeit des Sturms“. Diesen habe ich aber nicht gelesen.

Beim Hexer Geralt handelt es sich um einen durch Elixiere und harte Prüfungen und Training sehr gut ausgebildeten und leicht mutierten Kämpfer gegen Monster. Die Hexer werden dafür bezahlt Basilisken, Drachen und anderes Monstergezücht zu beseitigen. Doch der Hexer Geralt wird durch die Vorherbestimmung und später seinen eigenen Willen in die Geschicke von Ciri, der Prinzessin von Cintra verwickelt und macht sich Zauberer, Könige und Kaiser dadurch zu Feinden.

Ich bin total zwiegespalten, wenn es um die Bücher von Sapkowski geht. Einerseits finde ich sie alle irgendwie faszinierend und spannend, andererseits sind sie auch anstrengend und könnten kürzer sein. Der Autor hat einen für mich sehr nervigen unsteten Schreibstil. Erstens hält er immer Informationen zurück, die er entweder gar nicht oder erst viel später gibt obwohl in der Handlung gerade genau von diesen Informationen gesprochen wird. Andererseits hat er für alle Handlungen Rahmenhandlungen ersonnen, die manchmal Sinn machen, manchmal einfach (meiner Meinung nach) komplett überflüssig und nervtötend sind. Noch dazu springt er bei der Erzählung gerne mal in der Zeit herum und verrät mit den kurzen Auszügen aus „historischen und wissenschaftlichen“ Werken schon einige zukünftige Ereignisse. Wobei er generell Teile des Endes eines Abschnitts vorher verrät, weil er das Mittel der Rückblende unglaublich oft verwendet.

Das alles sorgt für einen unbefriedigenden Wirrwarr an Lesestoff. Die einzelnen Kapitel dazwischen sind dann aber wieder so spannend geschrieben, dass man gar nicht anders kann als mitzufiebern.

Wie gesagt, ich bin zwiegespalten in meiner Meinung. Über eines bin ich mir aber sicher: Oliver Siebeck als Sprecher für die Hörbücher erachte ich persönlich als totalen Fehlgriff. Ich bin noch nie so oft bei einem Hörbuch eingeschlafen wie bei der Geralt Saga. Außerdem nervt der ständige Lautstärkenwechsel des Sprechers ganz gewaltig. Wenn man es gewohnt ist wie ich, leise Musik im Hintergrund des Hörbuchs laufen zu haben, dann hört man die geflüsterten Stellen des Sprechers nicht mehr. Andererseits erschrickt man dann wieder, wenn er losbrüllt. Und dazwischen ist seine Stimme eher einschläfernd.

Meine Empfehlung: Lest die Bücher und bildet euch eure eigene Meinung. fffffff